Diagnose der Gallensteine



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Gallensteine werden meistens mithilfe von Ultraschall entdeckt. Die Steine sind im Ultraschall gut sichtbar.

Da viele Ärzte heutzutage Ultraschallgeräte in ihrer Praxis haben, können die Gallensteine oft schon vom Hausarzt diagnostiziert werden.

In vielen Fällen werden die Steine zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt.

Bei anderen Menschen wird aufgrund von Beschwerden oder nach einer Kolik per Ultraschall nach Gallensteinen gesucht.

Weil eine Ultraschall-Untersuchung schmerzlos und unkompliziert ist, kann man die Steine regelmäßig kontrollieren, um ihre Entwicklung zu verfolgen.

Zusätzlich zur Ultraschalluntersuchung kann man eine Blutuntersuchung durchführen, um einen Überblick über die Leberwerte zu bekommen. Auch eine Entzündung der Gallenblase kann mithilfe von Blutwerten festgestellt werden.

Außerdem sollte der Bauch abgetastet werden, ob es besonders schmerzempfindliche Stellen oder Verhärtungen gibt.

Bei einer Röntgenuntersuchung sind Gallensteine normalerweise nicht sichtbar. Deshalb braucht man ein Kontrastmittel, um die Steine indirekt sichtbar zu machen. Eine solche Untersuchung ist jedoch erheblich aufwendiger als eine Ultraschalluntersuchung und nur sinnvoll, wenn man besondere Situation feststellen will, beispielsweise Steine oder Veränderungen in den Gallengängen.

Für besonders komplizierte Fälle eignet sich auch eine Computertomographie (CT), eine Magnetresonanztomographie (MRT), eine magnet-resonanztomographische Cholangio-Pankreatographie (MRCP) oder eine Perkutane transhepatische Cholangiographie (PTC). All diese Methoden sind sehr aufwendig und teuer und nur dann sinnvoll, wenn in komplizierten Fällen eine Diagnose mit einfacheren Mitteln nicht möglich ist.

Mithilfe eines Endoskops kann man eine Endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) durchführen. Steine, die sich im Gallengang befinden, können mit dieser Methode auch entfernt werden (siehe Seite 52).

Differentialdiagnose

Bei Oberbauch-Beschwerden oder gar Koliken muss nicht nur die Gallenblase untersucht werden, ob sich darin Steine befinden.

Man muss auch unbedingt ausschließen, ob die Beschwerden durch andere Krankheiten verursacht sein könnten.

Selbst wenn Gallensteine vorliegen, müssen sie nicht zwangsläufig die Verursacher von allen Arten von Oberbauchbeschwerden sein.

Je nachdem, wie sich die Beschwerden äußern, können neben Gallensteinen unterschiedliche Krankheiten als Ursache in Frage kommen.

Bei sehr starken, kolikartigen Schmerzen im Oberbauch, eventuell mit Ausstrahlung in den Rücken, sind außer Gallensteinen unter anderem folgende Ursachen denkbar:

·         Akute Gallenblasenentzündung (siehe Seite 28)

·         Magenkrämpfe

·         Magengeschwür

·         Reizmagen

·         Refluxkrankheit

·         Zwölffingerdarmgeschwür

·         Reizdarm

·         Bauchspeicheldrüsenentzündung

·         Hexenschuss

·         Herzinfarkt

·         Bauchfellentzündung

·         Morbus Crohn

·         Darmverschluss

·         Blinddarmentzündung (meistens eher Unterbauchschmerzen)

·         Eileiterschwangerschaft (meistens eher Unterbauchschmerzen)

 

Bei dauerhaften Oberbauchschmerzen leichter oder mittlerer Stärke sollte man auch an folgende Erkrankungen denken:

·         Magenschleimhautentzündung

·         Magengeschwür

·         Reizmagen

·         Refluxkrankheit

·         Zwölffingerdarmgeschwür

·         Reizdarm

·         Morbus Crohn

Bei Verdauungsstörungen und Unverträglichkeiten im Zusammenhang mit den Mahlzeiten kann man an folgende Alternativ-Ursachen denken:

·         Magen-Darm-Infektion

·         Magengeschwür

·         Reizmagen

·         Refluxkrankheit

·         Zwölffingerdarmgeschwür

·         Reizdarm

·         Morbus Crohn

·         Colitis ulcerosa

·         Gallensäure-Verlust-Syndrom (siehe Seite 44)

·         Laktose-Unverträglichkeit

·         Fructose-Unverträglichkeit

·         Andere Unverträglichkeiten

 

Insbesondere bei unspezifischen Bauchschmerzen und Unverträglichkeiten kann auch eine Kombination mehrerer Ursachen vorliegen.

Es können beispielsweise die Gallensteine sein, die Beschwerden nach Fettverzehr verursachen und eine Fructose-Unverträglichkeit, die zu Problemen nach Obstverzehr führen.

Alle anderen Kombinationen sind natürlich auch denkbar.

Eine genaue Differentialdiagnose, so nennt man die Suche nach alternativen Ursachen, ist jedoch oft sehr aufwendig und wird heutzutage von den Krankenkassen oft nicht bezahlt. Wenn Gallensteine gefunden werden, werden diese daher oft als alleinige Ursache der Beschwerden identifiziert, was in den meisten Fällen auch zutrifft.

Wenn jedoch nach einer Gallenblasenentzündung die Beschwerden weiterhin bestehen, sollte man einerseits an ein Postcholezystektomie-Syndrom (siehe Seite 134) und anderseits an andere Krankheitsursachen denken.

 


 




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